Friedhof
Die Friedhofskultur in Deutschland ist Immaterielles Kulturerbe. Auf Empfehlung der Deutschen UNESCO-Kommisssion hat im März 2020 die Kultusministerkonferenz die Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes beschlossen.
Inhaltsverzeichnis
Entwicklung der Friedhöfe
Ein Friedhof ist ein Ort der Bestattung, des Gedenkens und der Erinnerung an Verstorbene. Seit Jahrtausenden bestatten Menschen ihre Toten an eigens dafür vorgesehenen Orten. Bereits in vorgeschichtlicher Zeit entstanden Gräberfelder, die den Glauben an ein Weiterleben oder zumindest den Wunsch nach einem würdevollen Umgang mit den Verstorbenen erkennen lassen. Im Laufe der Geschichte entwickelten sich daraus Begräbnisstätten, die eng mit den jeweiligen religiösen, kulturellen und gesellschaftlichen Vorstellungen verbunden waren.
Im christlich geprägten Europa befanden sich Friedhöfe über viele Jahrhunderte unmittelbar an den Kirchen. Erst im 18. und vor allem im 19. Jahrhundert wurden aus hygienischen und städtebaulichen Gründen zahlreiche Begräbnisplätze an den Rand der Städte verlegt. Dort entstanden großzügig angelegte Friedhöfe, die häufig parkähnlich gestaltet wurden und bis heute das Bild vieler Städte prägen.
Friedhöfe erfüllen weit mehr als die Aufgabe, Verstorbene zu bestatten. Sie sind Orte der Trauer, des Abschieds und der Erinnerung für die Hinterbliebenen. Zugleich dokumentieren sie die Geschichte einer Stadt oder Gemeinde. Grabsteine, Inschriften und Grabmale erinnern an Persönlichkeiten, Familien und historische Ereignisse und machen Friedhöfe zu bedeutenden kultur- und ortsgeschichtlichen Quellen.
Darüber hinaus besitzen Friedhöfe eine wichtige ökologische Funktion. Als oft jahrzehnte- oder jahrhundertealte Grünanlagen bieten sie zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum und tragen insbesondere in Städten zum Klima- und Artenschutz bei.
Die Bestattungskultur befindet sich heute im Wandel. Neben der traditionellen Erd- und Urnenbestattung gewinnen Gemeinschaftsgräber, anonyme Bestattungen sowie naturnahe Bestattungsformen zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig verändern sich die Ansprüche an Grabgestaltung und Grabpflege. Dennoch bleiben Friedhöfe zentrale Orte der Erinnerungskultur und des respektvollen Gedenkens. Ihre Bedeutung als kulturelles Erbe wurde 2020 durch die Aufnahme der „Friedhofskultur in Deutschland“ in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der Deutschen UNESCO-Kommission besonders hervorgehoben.
In Cuxhaven spiegeln die Friedhöfe die Entwicklung der Stadt und ihrer ehemals selbstständigen Gemeinden wider. Sie erzählen von den Veränderungen in der Bestattungskultur, erinnern an bedeutende Persönlichkeiten und dokumentieren zugleich die Geschichte der Küstenstadt. Die einzelnen Friedhöfe werden in den jeweiligen Artikeln ausführlich beschrieben.
Friedhöfe im Stadtgebiet
Kirchliche Friedhöfe
- Friedhof des Kirchenkreises Döse.
- Ältester Friedhof des Amtes Ritzebüttel.
- In Brockeswalde befindet sich der jüdische Friedhof
Kommunale Friedhöfe
- Größter Friedhof der Stadt Cuxhaven.
Andere Friedhöfe
- Auf der Insel Neuwerk findet sich der Friedhof der Namenlosen für angestrandete Seeleichen.
Aufgelassene Friedhöfe
- Ehemaliger Friedhof der Namenlosen
- Ehemaliger Friedhof für Seeleute.
- Ehemaliger Friedhof für Quarantäneopfer.
- Ehemaliger Friedhof zur Quarantäneanstalt Groden.
Kriegsgräber
Folgende Kriegsgräberzahlen konnten ermittelt werden: