Zwischenlager
Inhaltsverzeichnis
- 1 Brand
- 2 Klint
- 3 Lage und Naturraum
- 4 Name und erste Erwähnung
- 5 Geschichte
- 6 Güter und Höfe
- 7 Der Brand von 1949
- 8 Verwaltungsgeschichte
- 9 Politik und Verwaltung
- 10 Wappen
- 11 Kultur und Sehenswürdigkeiten
- 12 Kirche
- 13 Infrastruktur
- 14 Karte
- 15 Literatur
- 16 Einzelnachweise
- 17 Fußnoten
- 18 Feuerwehr
- 19 Kategorie:Feuerwehr
Brand
Der Großbrand von Klint war eine Brandkatastrophe in Klint.
Am 4. April 1949 wurde der Ortsteil Klint der Gemeinde Hechthausen von einer Brandkatastrophe schwer getroffen. Es war der größte Brand in der Geschichte des Dorfes.
Am frühen Nachmittag geriet eine große, mit Reet gedeckte Scheune auf dem Geesthof, einem Gutshof in Klint, in Brand. Die Wochen zuvor waren ungewöhnlich trocken gewesen, und ein starker Südwestwind kam hinzu – eine Verbindung, die das Feuer in kurzer Zeit außer Kontrolle brachte. Der Wind trieb die Flammen vom Geesthof direkt in den nordöstlich gelegenen, dicht mit reetgedeckten Häusern bebauten Ort hinein, sodass sich das Scheunenfeuer binnen kurzem zu einem Großfeuer im Dorf ausweitete.
Auf dem Geesthof brannten alle Wirtschaftsgebäude nieder. Von der gesamten Hofanlage blieb nur das damalige Pächterhaus stehen – es ist bis heute erhalten und beherbergt das Restaurant des heutigen Ferienparks. Im Dorf selbst zerstörte das Feuer 32 Gebäude; der Geesthof nennt in seiner eigenen Chronik 35, überwiegend reetgedeckte Gebäude, während der Ortsartikel von 23 Häusern spricht.
Die Freiwillige Feuerwehr Klint und zwölf weitere Wehren aus der Umgebung – nach Darstellung des Geesthofs 14 Wehren – wurden zusammengezogen. Es gelang ihnen, achtzehn weitere Gebäude zu retten, die bereits Feuer gefangen hatten.
Die meisten der abgebrannten Gebäude wurden in den folgenden Jahren wieder aufgebaut. Der Brand prägte das Ortsbild und das Gedächtnis der Dorfgemeinschaft nachhaltig; in Ortschronistik und Heimatliteratur gilt er als die einschneidende Zäsur der jüngeren Klinter Geschichte.
Belegt sind Datum, Brandausgangspunkt, Ausbreitungsbedingungen, Schaden und Löscheinsatz – Grundlage ist die Chronik des Geesthofs sowie die Ortsliteratur des Heimatvereins Hechthausen (Heckethusen Nr. 12, 2003; F. J. Alstedt, Chronik von Hechthausen, 1983). Offen sind weiterhin die genaue Brandursache im engeren Sinne, die Uhrzeit des Ausbruchs, mögliche Personen- und Viehschäden sowie die Zahl der obdachlos gewordenen Bewohner. Diese Angaben dürften am ehesten in den zeitgenössischen Ausgaben der „Niederdeutschen" bzw. der „Hadler Zeitung" (ab 1954 Niederelbe-Zeitung) sowie in den Unterlagen der Feuerwehr Hechthausen zu finden sein.
Klint
Vorlage:Infobox Ort Klint ist ein Ortsteil der Gemeinde Hechthausen im Landkreis Cuxhaven. Die ehemals selbstständige Gemeinde liegt am linken Ufer der mittleren Oste und bildet gemeinsam mit dem östlich des Dorfmittelpunkts gelegenen Wohnplatz Koppel sowie der Ortschaft Laumühlen den westlichen Teil der Geestinsel Hechthausen.
Lage und Naturraum
Klint liegt auf einer flachen Geestinsel, die der Flusslauf der Oste im Norden, Osten und Süden umschließt. Die Oste, der größte Nebenfluss der Elbe, prägt das Landschaftsbild des Ortes und gab der ehemaligen Gemeinde auch ihr Wappenmotiv. Die Umgebung ist von landwirtschaftlich genutzten Flächen, Marsch- und Geestböden sowie ausgedehnten Waldstücken geprägt; im Klinter Wald stehen bis zu 30 Meter hohe Douglasien, die zu den landschaftlichen Besonderheiten der Gemeinde Hechthausen gezählt werden.
Benachbart liegen im Osten der Ortskern Hechthausen, im Süden Laumühlen und im Norden die Oste.
Name und erste Erwähnung
Der Ortsname leitet sich vom mittelniederdeutschen Wort für „Abhang, steiles Ufer" ab und beschreibt damit die Lage des Siedlungsplatzes am Flussufer.
Erstmals urkundlich erwähnt wird der Name 1341, als der Knappe Heinrich Gogreve – möglicherweise ein Angehöriger der noch heute im Kirchspiel Hechthausen ansässigen Familie von Marschalck – dem stiftsbremischen Adligen Hermann von Gröpelingen eine Rente aus seinem Gut uppe deme Klinte verkaufte. 1353 folgte der Verkauf eines Stücks Land uppe deme Klinte tho Borchholte. Die Gemeinde Hechthausen nennt für Klint abweichend das Jahr 1342 als Ersterwähnung; die Ortschronistik führt teils auch 1341 als Belegjahr für eine Rentenverschreibung.
Geschichte
Von Borchholte zu Klint Das Dorf Borchholte im Kirchspiel Hechthausen wurde 1233 erwähnt; nach ihm nannte sich eine hier ansässige Adelsfamilie „de Borchholte". Es umfasste die heutigen Ortsteile Klint und Laumühlen. Ein Ort dieses Namens im Kirchspiel Hechthausen erscheint bereits 1059 als „Burcholt" in einer Urkunde des Erzbischofs Adalbert von Bremen. Nach 1400 taucht der Name Borchholte nicht mehr auf – das Dorf ging in den Siedlungen auf, die seither unter dem Namen Klint geführt werden.
Güter und Höfe
In der Folgezeit bestand der Ort im Wesentlichen aus den Gütern Klint I, Klint II und dem Geesthof mit den zugehörigen Meyerhöfen sowie kleinbäuerlichen Hofstellen. Als bedeutender Gutsherr auf Klinter Land gilt Friederich Christian Marschalck von Bachtenbrock. Alle drei Gutshäuser existieren heute nicht mehr; um 1970 war am ehemaligen Gut Klinthof der Burggraben noch erkennbar.
Der Brand von 1949
Eine tiefe Zäsur für die Dorfgemeinschaft war der große Brand von 1949, dem der Geesthof und 23 weitere Häuser zum Opfer fielen. Ein großer Teil des Ortes wurde damals zerstört.
Verwaltungsgeschichte
Klint gehörte zum Amt Osten, aus dem im Zuge der preußischen Kreisreform 1885 unter anderem mit Bornberg, Hechthausen, Kleinwörden, Klint, Laumühlen und Wisch der Kreis Neuhaus (Oste) entstand. 1932 wurde dieser mit dem damaligen Kreis Hadeln zum Landkreis Land Hadeln mit Sitz in Otterndorf vereinigt.
1962 verloren Bornberg, Hechthausen, Kleinwörden, Klint, Laumühlen und Wisch im Zuge der niedersächsischen Verwaltungs- und Gebietsreform ihre Selbstständigkeit und wurden zur Samtgemeinde an der Oste vereinigt, deren Sitz Hechthausen war. Am 1. Juli 1972 wurde Klint in die Gemeinde Hechthausen eingegliedert; die neue Gemeinde gehört seither zur Samtgemeinde Hemmoor.
Bevölkerung Jahr Einwohner
- 1824 58 Feuerstellen
- 1848 349 (in 74 Häusern)
- 1910 485
- 1925 488
- 1933 421
- 1939 409
- 1950 724
Für den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegsjahre zeigt die Reihe den für viele Landgemeinden typischen Ausschlag: Nach einem Rückgang in den 1930er-Jahren stieg die Einwohnerzahl durch die Aufnahme von Flüchtlingen und Vertriebenen bis 1950 auf 724. In jüngerer Zeit wurden die Ortsteile Klint und Hechthausen innerhalb der Gemeinde als Wohngemeinden bevorzugt; eine rege Neubautätigkeit ließ die Wohnbevölkerung der Gemeinde insgesamt wachsen. Für Klint selbst liegt keine amtliche Einzelangabe aus neuerer Zeit vor – die Angaben der Gemeinde Hechthausen gelten für alle sechs Ortsteile zusammen.
Politik und Verwaltung
Als Ortschaft der Gemeinde Hechthausen wird Klint vom Rat der Gemeinde Hechthausen vertreten. Über die Dorfgemeinschaft ist der Ort im örtlichen Vereinsleben organisiert.
Wappen
Das Wappen der ehemaligen Gemeinde zeigt in geteilter Schildfläche oben in Rot einen silbernen Pferdekopf, unten in Silber einen blauen Wellenbalken. Der Pferdekopf weist auf die Zugehörigkeit zu Niedersachsen (Sachsenross), der Wellenbalken auf die Lage des Ortes an der Oste. Als Entwerfer wird Albert de Badrihaye genannt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Baudenkmale
- Wohn- und Wirtschaftsgebäude Bornberger Straße 7 – Fachwerkbau von 1785.
- Schöpfwerk Klint – 1931 errichtet, in backsteinexpressionistischer Formensprache; Zeugnis der Entwässerungswirtschaft im Oste-Gebiet.
Weitere Sehenswürdigkeiten
- Klinter Wald mit einzelnen Douglasien von rund einem Meter Stärke und bis zu 30 Metern Höhe.
- Bootsanleger Hechthausen-Klint an der Oste, ein Ausgangspunkt für Wasserwanderer auf dem Fluss.
- Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs mit der Widmungsinschrift „Ihren im Weltkriege 1914–18 gefallenen Helden. Gewidmet von der Gemeinde Klint".
Kirche
Klint gehört zum Kirchspiel Hechthausen mit der St.-Marien-Kirche, einem rechteckigen Saalbau aus Backstein von um 1500. Eine eigene Kirche hat der Ort nie besessen; die Zugehörigkeit zum Hechthausener Kirchspiel ist urkundlich bis ins Mittelalter zurückzuverfolgen.
Infrastruktur
Klint ist über die Bornberger Straße und die Straße Am Koppelberg an den Ortskern Hechthausen angebunden. Die Oste ist bei Klint mit einem Bootsanleger erschlossen; die Deutsche Fährstraße und die Niedersächsische Mühlenstraße queren die Gemeinde Hechthausen. Der nächste Bahnhof ist Hechthausen an der Niederelbebahn; der nächstgelegene größere Ort ist Hemmoor.
Karte
Literatur
- Rudolf Lembcke: Kreis Land Hadeln. Geschichte und Gegenwart.
- Heimatverein Hechthausen: Klint.
Einzelnachweise
- Gemeinde Hechthausen: Geschichte und Zahlen, Daten, Fakten
- Klint (Oste) – Ortsartikel mit Geschichte, Einwohnerentwicklung und Wappenbeschreibung
- Hechthausen – Gemeindeartikel zu Verwaltungs- und Siedlungsgeschichte
- Denkmalprojekt: Kriegerdenkmal Klint
Fußnoten
Feuerwehr
Kategorie:Feuerwehr
Aufgenommen werden Großbrände und Brandkatastrophen von örtlicher oder regionaler Tragweite sowie Einsätze, die über den Alltag hinausgehen – etwa überörtliche Hilfeleistungen mit mehreren beteiligten Wehren.
Ebenfalls hierher gehören Naturkatastrophen wie Sturmfluten, Deichbrüche und Hochwasser sowie sonstige Unglücksfälle mit Regionsbezug, darunter Explosionen, Schiffs- und Eisenbahnunglücke. Hinzu kommen übergreifende Darstellungen zur Geschichte einzelner Freiwilliger Feuerwehren und zur Organisations- und Ausrüstungsgeschichte.
Nicht aufgenommen werden Wehren als reine Einrichtungen ohne Ereignisbezug sowie alltägliche Kleinereignisse wie Schornstein- oder Flächenbrände, für die Ortschroniken der bessere Ort sind. Artikel dieser Kategorie sollen Datum, Ort und Art des Ereignisses bereits in der Einleitung nennen und abweichende Zahlenangaben der Quellen offenlegen statt sie zu glätten.
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