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MOONSUND (Schiff)

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Moonsund ist der Name eines 1937 bis 1938 gebauten Tankschiffes, das im März 1940 in Cuxhaven war. Es trägt die Baunummer 471 der Werft Nobiskrug GmbH[1], Rendsburg.

Technische Daten

Länge: 44 m
Breite: 8 m
Tiefgang: 2,8 m
Verdrängung: 321 BRT
Motorleistung: 110 kW (150 PS)
Geschwindigkeit: 8 kn
Besatzung: 7 bis 8 Mann

Historie

Der Stapellauf war am 28. 09. 1937. Am 10. November wurde die "MOONSUND" der Reederei John T. Essberger[2], Altona geliefert. Die Kriegsmarinedienststelle Hamburg erfasste das Schiff am 29. August 1939 als Nachschub-Tankschiff für die Luftwaffe. Die "MOONSUND" führte verschiedene Versorgungsfahrten durch: Stolpmünde[3]-Hamburg und mehrmals Hamburg-Kiel. Am 20. September 1939 kollidierte das Tankschiff im Kaiser Wilhelm-Kanal mit dem Dampfer "LEONTES". Die Reparatur erfolgte vom 22. bis 28. September bei Blohm & Voss in Hamburg. Weitere Fahrten waren Hamburg-Kiel, Nordenham-Norderney, Nordenham-Borkum-Norderney. Auf dem Weg von Cuxhaven nach Hamburg geriet das Schiff in schweres Eis und lief daraufhin am 11. März 1940 in Cuxhaven ein. Zwei Tage später legte die "MOONSUND" ab und fuhr zur Tanker-Sammelstelle nach Brunsbüttel. Dann wurde das Schiff in die Operation Weserübung[4] eingebunden. Am 9. April lief der Tanker in Brunsbüttel aus. Das Ziel war Trondheim (Norwegen). Am 12. April 1940 wurde das Tankschiff vom britschen U-Boot "SNAPPER"[5] im Skagerrak angegriffen. Es folgten zwei Torpedo-Fehlschüsse. Sieben Seemeilen (13 km) weiter stoppte das U-Boot den Tanker. Die Besatzung wurde zum Verlassen des Schiffes aufgefordert. Hierbei soll ein Besatzungsmitglied zu Tode gekommen sein. Die anderen sechs Mann wurde gefangen genommen. Anschließend schoss das U-Boot den Tanker mit einer Granate in Brand. Von den geretteten sechs Mann der Schiffsbesatzung sollen zwei im U-Boot gestorben sein.

Weblink

Historisches Marinearchiv



Fußnoten

  1. Nobiskrug GmbH: 1905 gegründet; 2021 von der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft FSG übernommen
  2. 1924 als Atlantik-Tank-Reederei gegründet und 1936 nach seinem Gesellschafter John Theodor Leonard Essberger umbenannt
  3. Stolpmünde: jetziger Name Ustka, in der Woiwodschaft Pommern (Hinterpommern in Polen)
  4. Weserübung: Deckname für die militärischen Operationen zur Besetzung von Dänemark und Norwegen zur Sicherung der schwedischen Erzlieferungen und der Zugänge zur Ostsee
  5. SNAPPER: ein U-Boot der Shark-Klasse; Werft: Chatham Dockyard; Stapellauf: 25. Oktober 1934; Indienststellung: 14. Juni 1935; Einsatz in Nordsee und Biscaya; Dienstende: 12. Februar 1941 (vermisst)