Diskussion:Simon-von-Utrecht-Straße

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Du meinst ernsthaft, das ist Sage? Das betrübt mich aber schon. --Dervomeer 17:56, 29. Apr. 2010 (UTC)


Und wenn das nun doch Sage ist? --Dervomeer 20:06, 29. Apr. 2010 (UTC)


Ich habe es geahnt! Ihr haltet gerne an den überlieferten Erzählungen wie an Tatsachen fest!

Aber:

Es ist unwahrscheinlich, dass Simon von Utrecht derjenige war, der Störtebeker überwaltigt hat. Seine Gefangennahme wird von vielen Quellen in das Jahr 1400 verlegt, seine Enthauptung auf den 21. Oktober 1400. Weil das nicht sein kann, weil u.a. die "Bunte Kuh" im Herbst 1400 noch gar nicht fertiggestellt war, hat man sich kurzerhand auf das Jahr 1401 umorientiert. In den Hamburger Kämmereirechnungen findet sich kein Hinweis auf die Gefangennahme Störtebekers. Es findet sich für 1401 eine einzige Rechnung über die Hinrichtungskosten für 30 Seeräuber. Der Bericht in der Hamburger Chronik von 1457, der von Störtebeker spricht, wird von den Historikern als zu spät verfasst angesehen, um als Beweis zu dienen. Nach den Kämmereirechnungen fand 1401 eine bewaffnete Expedition statt, die sich gegen Gödeke Michels richtete. Hier war v. Utrecht mit Sicherheit dabei. Gödeke Michels war seinerzeit wesentlich bekannter als Störtbeker, deshalb wird dieser auch nicht erwähnt worden sein. Nach verschiedenen Berichten ist Gödeke Michels im Jahre 1401 hingerichtet worden, ein Jahr nach Störtebeker. Das kann aber wiederum nicht sein, weil s. o. Noch ein Grund spricht für die Geschichte als Sage: Simon von Utrecht hatte nicht das Kommando auf der "Bunte Kuh", sonder Hermann von Nyenkerken.
Übrigens sind dieses nicht meine Weisheiten. Ich habe sie dem Buch von Boencke / Sankowicz: Störtebeker und Konsorten, Verlag Delius Klasen, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-7688-3170-7, entnommen. Sehr lesenswert!

PS.: Neuere Forschungsergebnisse sind 2007 in den Hansischen Geschichtsblättern publiziert worden. Danach hieß Klaus Störtebeker in Wirklichkeit "Johann" und war ursprünglich Danziger Kaufmann. Dieses macht Sinn, denn in allen historischen Quellen wird immer von einem Piraten namens "Johann" Störtebeker gesprochen, "Klaus" wird in den Quellen nicht erwähnt. Dieser Johann Störtebeker hat bis 1413 gelebt. Also gehört auch nach dieser Version die Geschichte von der Gefangennahme durch Simon von Utrecht in den Bereich der Sage.

So, nun könnt Ihr selber entscheiden, ob der Zusatz "der Sage nach" gerechtfertigt war oder nicht. --Hartmut Braun 13:08, 30. Apr. 2010 (UTC)


Ich habe gesprochen. Hugh.  ;-) --Hartmut Mester 14:03, 30. Apr. 2010 (UTC)


Sieht ja aus wie eine Radikalkur. Feigling. :-))

Was mir aus der Erklärung nicht klar ist, Michels war der Ältere, bzw, länger im Geschäft. Wieso dann der immense Bekanntheitsgrad Störtebekers? Jeder Hamburger weiß, das Störtebeker auf dem Grasbrok gekeult wurde (So heißt das heute wohl). Man weiß die Geschichte in Bergen und dass er in Nordenhamm im Kirchturm gewohnt hat. Von Michels weiß niemand was, außer die Chroniken. --Dervomeer 17:46, 30. Apr. 2010 (UTC)


Der Bericht in der Hamburger Chronik von 1457, der von Störtebeker spricht, wird von den Historikern als zu spät verfasst angesehen, um als Beweis zu dienen. Was in meinen Augen einen Witz darstellt. In weitaus weitreichenderen Tatbeständen werden gedachte Rekonstuktionen über tausende Jahre zurück als Hypothese für wahr angenommen. Hier ist ein Menschnenalter nicht merh Beweisfähig. Lächerlich. --Dervomeer 17:51, 30. Apr. 2010 (UTC)


Radikalkur? Nö, wenn wir mit Cuxhaven fertig sind, kümmern wir uns um Störtebecker. Eins nach dem anderen. ;-)) --Hartmut Mester 09:42, 1. Mai 2010 (UTC)


Ich hoffe, Du kannst mir verzeihen, wenn ich vorgegriffen habe. --Dervomeer 15:33, 1. Mai 2010 (UTC)