Amtmann: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | + | Der [[Amtmann]] von [[Ritzebüttel]] war vom Ende des 14. Jahrhunderts bis zur Neuordnung des Amtes im Jahr 1864 der oberste Vertreter der Stadt Hamburg im Amt Ritzebüttel. Er vereinigte in seiner Person wesentliche Teile der staatlichen Verwaltung, der Rechtsprechung und der militärischen Gewalt. Sein Amtssitz war das Schloss Ritzebüttel. | |
| − | + | Die Amtmänner waren damit nicht lediglich Verwaltungsbeamte. Sie übten in dem von Hamburg beherrschten Gebiet an der Elbmündung eine weitreichende landesherrliche Gewalt aus und vertraten dort die Interessen der Stadt Hamburg. Die außergewöhnliche Stellung des Amtes beruhte auch darauf, dass Ritzebüttel mehrere Jahrhunderte lang eine von Hamburg aus regierte, räumlich weit entfernte Herrschaft war. | |
| + | ==Entstehung des Amtes== | ||
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| + | Die Grundlage für das Amt Ritzebüttel wurde [[1394]] geschaffen. Hamburg eroberte in diesem Jahr das Gebiet um die Burg Ritzebüttel und erwarb es anschließend von der Familie [[Lappe]]. Damit gelangte das Gebiet an der Elbmündung unter die Herrschaft Hamburgs. Der bisherige Hamburger Stützpunkt auf [[Neuwerk]] verlor dadurch seine führende Stellung; der Sitz der Hamburger Verwaltung wurde nach Ritzebüttel verlegt. | ||
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| + | Der erste nachweisbare Hamburger Amtsträger auf dem Schloss Ritzebüttel war [[Wulffhagen, Ludolph|Ludolph Wulffhagen]], der ab 1400 als Kastellan bezeichnet wird. Die Bezeichnung „Amtmann“ setzte sich erst im Laufe der folgenden Jahrhunderte allgemein durch. In älteren Quellen finden sich auch Bezeichnungen wie Kastellan, Schloss-Hauptmann oder Präfekt. | ||
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| + | ==Ernennung durch Hamburg== | ||
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| + | Der Amtmann wurde vom Hamburger Rat, später vom Hamburger Senat, eingesetzt. In der Regel handelte es sich um einen Hamburger Ratsherrn. Die Entsendung eines Mitglieds des Hamburger Rats nach Ritzebüttel hatte dabei eine besondere Bedeutung: Der Amtmann war nicht nur lokaler Verwaltungsbeamter, sondern übte die hamburgische Landesherrschaft vor Ort aus. | ||
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| + | In den ersten Jahrhunderten war die Besetzung der Stelle nicht streng nach einem einheitlichen Verfahren geregelt. Häufig wurden erfahrene oder ältere Ratsherren mit der Aufgabe betraut. In den ersten hundert Jahren finden sich darunter auch Hamburger Bürgermeister. Im 16. Jahrhundert bildete sich eine regelmäßigere Besetzungspraxis heraus. | ||
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| + | Die Übernahme des Amtes war für einen Hamburger Ratsherrn mit erheblichen persönlichen Belastungen verbunden. Ritzebüttel lag weit von Hamburg entfernt, und die Verbindung zwischen beiden Orten war im Mittelalter und in der frühen Neuzeit schwierig und zeitaufwendig. Deshalb wurde das Amt zeitweise nicht von einem Ratsherrn selbst wahrgenommen, sondern durch einen Vertreter, Verwalter oder Verweser ausgeübt. | ||
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| + | Die Amtszeiten waren zunächst unterschiedlich lang. Nach einer Phase, in der das Amt teilweise verpachtet wurde, legte der Hamburger Rat 1577 eine regelmäßige Amtsdauer von sechs Jahren fest. Auch danach kam es allerdings zu Vertretungen und Abweichungen von der regulären Amtszeit. | ||
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| + | ==Aufgaben und Befugnisse== | ||
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| + | Die Stellung des Amtmanns lässt sich am besten als Verbindung mehrerer heute voneinander getrennter staatlicher Funktionen beschreiben. | ||
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| + | ===Verwaltung=== | ||
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| + | Der Amtmann war der oberste Verwaltungsbeamte des Amtes Ritzebüttel. Er vertrat die hamburgische Obrigkeit gegenüber den Einwohnern und war für die laufenden Angelegenheiten des Amtes verantwortlich. | ||
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| + | Zu seinem Aufgabenbereich gehörten unter anderem: | ||
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| + | * die allgemeine Verwaltung des Amtes, | ||
| + | * die Durchsetzung hamburgischer Verordnungen und Anordnungen, | ||
| + | * die Verwaltung des landesherrlichen Besitzes, | ||
| + | * die Erhebung und Verwaltung von Abgaben und Einkünften, | ||
| + | * die Beaufsichtigung der örtlichen Amtsbediensteten, | ||
| + | * Angelegenheiten des Straßen-, Wege- und Deichwesens, | ||
| + | * die Wahrnehmung der Interessen Hamburgs in wirtschaftlichen und schifffahrtsbezogenen Fragen. | ||
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| + | Die konkrete Zusammensetzung dieser Aufgaben veränderte sich im Laufe der mehr als 450-jährigen Geschichte des Amtes. Der Amtmann war daher nicht in allen Jahrhunderten mit exakt denselben Zuständigkeiten ausgestattet. | ||
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| + | ===Rechtsprechung=== | ||
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| + | Eine besonders wichtige Befugnis war die Gerichtsbarkeit. Anders als ein moderner Verwaltungsbeamter war der Amtmann zugleich Richter. | ||
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| + | Die Rechtsprechung gehörte traditionell zu den Aufgaben des Amtmanns und wurde zunächst am Schloss Ritzebüttel ausgeübt. Damit lagen Verwaltungsgewalt und Rechtsprechung in derselben Hand. Erst mit der Neuordnung von 1864 wurden diese Funktionen institutionell voneinander getrennt. | ||
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| + | Der Amtmann hatte damit in seinem Amtsbezirk nicht nur Verwaltungsentscheidungen zu treffen, sondern konnte auch Recht sprechen und die hamburgische Rechtsordnung vor Ort durchsetzen. | ||
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| + | ===Militärische Aufgaben und Landesverteidigung=== | ||
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| + | Als Vertreter Hamburgs an der strategisch wichtigen Elbmündung hatte der Amtmann außerdem militärische und sicherheitspolitische Aufgaben. | ||
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| + | Zu seinem Verantwortungsbereich gehörte die Verteidigung des Amtes und damit insbesondere der Schutz des hamburgischen Besitzes an der Elbmündung. Die Lage Ritzebüttels machte diesen Bereich besonders wichtig: Hamburg hatte mit dem Erwerb des Gebietes einen vorgeschobenen Stützpunkt an der Elbe und an der Nordsee gewonnen. | ||
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| + | Die militärische Funktion des Amtmanns stand außerdem in engem Zusammenhang mit dem Schutz der Schifffahrt und den Interessen Hamburgs als Handels- und Seestadt. In der frühen Geschichte des Amtes spielte insbesondere die Sicherung der Elbmündung eine wichtige Rolle. | ||
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| + | ===Deich- und Küstenschutz=== | ||
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| + | Zum Verantwortungsbereich der Amtsverwaltung gehörten auch Deiche und Küstenschutz. Für das Gebiet an der Elbmündung waren Deiche nicht nur eine wirtschaftliche, sondern eine existenzielle Voraussetzung für die Besiedlung und landwirtschaftliche Nutzung. | ||
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| + | Die Bedeutung dieses Aufgabenbereichs zeigt sich unter anderem in den überlieferten Berichten über Sturmfluten und Deichbrüche. Der Amtmann bzw. die von ihm geleitete Amtsverwaltung hatte dabei die notwendigen Maßnahmen der Unterhaltung und Wiederherstellung der Deiche zu organisieren und zu überwachen. | ||
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| + | ===Schifffahrt und Elbmündung=== | ||
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| + | Die Lage Ritzebüttels an der Elbmündung verlieh dem Amt eine besondere Bedeutung für Hamburg. Fragen der Schifffahrt, der Lotsen, der Fahrwasser und der Sicherung des Seehandels gehörten deshalb zu den wichtigen Angelegenheiten, mit denen die Amtsverwaltung befasst war. | ||
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| + | Besonders im 18. und 19. Jahrhundert nahm die Bedeutung des Elbmündungsgebiets für den Hamburger Hafen weiter zu. Der Amtmann war damit auch Schnittstelle zwischen der Hamburger Obrigkeit und den örtlichen Verhältnissen an der Elbmündung. | ||
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| + | ==Der Amtmann als Vertreter Hamburgs== | ||
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| + | Die besondere Stellung des Amtmanns wird verständlich, wenn man Ritzebüttel nicht als gewöhnliche Gemeinde betrachtet. Über Jahrhunderte handelte es sich um ein Hamburger Herrschaftsgebiet außerhalb des eigentlichen Stadtgebiets. | ||
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| + | Der Amtmann war deshalb derjenige, durch den Hamburg seine Herrschaft vor Ort ausübte. Er musste einerseits die Beschlüsse und Interessen Hamburgs durchsetzen, andererseits aber die örtlichen Verhältnisse eigenständig beurteilen und praktische Entscheidungen treffen. | ||
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| + | Die große Entfernung zwischen Hamburg und Ritzebüttel verstärkte seine Bedeutung. Entscheidungen konnten nicht immer kurzfristig in Hamburg getroffen werden. Der vor Ort residierende Amtmann besaß deshalb einen erheblichen Handlungsspielraum. | ||
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| + | Aus dieser Verbindung von Verwaltung, Gerichtsbarkeit und militärischer Verantwortung erklärt sich das Bild des „Amtmanns von Ritzebüttel“ als besonders mächtiger Amtsträger. Der Historiker Heinrich von Treitschke bezeichnete ihn später zugespitzt als einen „Proconsul“ im Schloss Ritzebüttel. Die Bezeichnung ist als zeitgenössische bzw. historische Charakterisierung zu verstehen und nicht als offizielle Amtsbezeichnung. | ||
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| + | ==Vertreter, Verwalter und Verweser== | ||
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| + | Nicht immer konnte oder wollte der vorgesehene Amtmann seine Aufgaben selbst wahrnehmen. In den Amtslisten finden sich deshalb neben den eigentlichen Amtmännern verschiedene Formen der Vertretung. | ||
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| + | Ein Vertreter wurde insbesondere für kürzere Zeiträume eingesetzt, beispielsweise bei Abwesenheit oder Erkrankung des Amtmanns. | ||
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| + | Ein Verwalter konnte die Amtsgeschäfte übernehmen, wenn kein Ratsherr für die reguläre Besetzung zur Verfügung stand. | ||
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| + | Ein [[Verweser]] trat insbesondere in Fällen auf, in denen ein Amtmann während seiner Amtszeit starb und die vertraglich zugesicherten Einkünfte seiner Witwe weiterhin berücksichtigt werden mussten. In solchen Fällen wurden die Amtsgeschäfte vorübergehend von einem anderen Amtsträger geführt. | ||
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| + | Diese unterschiedlichen Bezeichnungen erklären, weshalb die historische Liste der Amtmänner neben regulären Amtsinhabern auch zahlreiche Personen enthält, die nur vorübergehend die Amtsgeschäfte führten. | ||
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| + | ==Ende des Amtes== | ||
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| + | Die umfassende Machtstellung des Amtmanns bestand bis zur Verwaltungsreform des Jahres 1864. | ||
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| + | Am [[1. Juni]] [[1864]] beschloss der Hamburger Senat das Gesetz über die „Reorganisation in der Verwaltung und Rechtspflege des Amtes Ritzebüttel“. Die bisher beim Amtmann vereinigten Funktionen wurden nun getrennt. | ||
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| + | * ein Amtsverwalter für die Verwaltung und | ||
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| + | Übergeordnet war ein vom Hamburger Senat eingesetzter Landherr, der selbst in Hamburg blieb. Damit endete die jahrhundertelange Tradition, dass ein Hamburger Ratsherr bzw. Senator als oberster Verwaltungs- und Justizbeamter dauerhaft in Ritzebüttel residierte. | ||
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| + | Die Reihe der Amtmänner endete damit 1864. Der letzte Amtmann war Gustav [[Kirchenpauer, Heinrich|Heinrich Kirchenpauer]], der das Amt von 1858 bis 1864 innehatte. | ||
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| + | ==Bedeutung für die Geschichte Cuxhavens== | ||
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| + | Die Geschichte der Amtmänner ist ein wesentlicher Bestandteil der Geschichte Cuxhavens. Über mehr als vier Jahrhunderte war das Gebiet des heutigen Cuxhavens von Hamburg aus regiert worden. Das [[Schloss Ritzebüttel]] war dabei nicht nur ein Herrensitz, sondern das politische und administrative Zentrum der Hamburger Herrschaft an der Elbmündung. | ||
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| + | Die Amtmänner verkörperten diese Herrschaft unmittelbar vor Ort. Ihre Zuständigkeiten reichten von alltäglichen Verwaltungsangelegenheiten über Rechtsprechung und Deichwesen bis zur Verteidigung und zu den Interessen Hamburgs an der Elbmündung. | ||
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| + | Mit der Verwaltungsreform von 1864 begann eine neue Phase: Die persönliche und weitgehend gebündelte Amtsgewalt des Amtmanns wurde durch eine modernere, institutionell getrennte Verwaltungs- und Gerichtsorganisation ersetzt. | ||
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| + | == Literatur == | ||
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| + | * Friedrich Adolf Becker: ''Cuxhaven und das Amt Ritzebüttel. Ein Beitrag zur Geschichte und Entwicklung des Landes''. Otto Meißner, Hamburg 1880. | ||
| + | * G. Grandauer / C. L. Klasing / Arthur Obst: ''Gedenkbuch des Hamburgischen Amtes Ritzebüttel nebst der Fortsetzung von Amtsregistrator C. L. Klasing''. Cuxhaven 1892. | ||
| + | * [[Borrmann, Hermann|Hermann Borrmann]]: ''Daten zur Geschichte des Amtes Ritzebüttel und der Stadt Cuxhaven''. Verlagsgesellschaft Cuxhaven / Cuxhavener Nachrichten KG, Cuxhaven 1982. | ||
| + | * Torsten Thees: ''Vom Amtmann''. Stadtarchiv Cuxhaven. | ||
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Aktuelle Version vom 21. September 2026, 08:49 Uhr
"In ganz Deutschland gab es keinen so ganz unbeschränkten Gewalthaber wie jenen Senator, der als Proconsul in dem schönen alten Schloss von Ritzebüttel hauste und die Elbmündung mit einer Batterie unbrauchbarer Kanonen bewachte"
Heinrich von Treitschke (1834-1896) in "Deutsche Geschichte im 19. Jahrhundert" über den Amtmann von Ritzebüttel.
Der Amtmann von Ritzebüttel war vom Ende des 14. Jahrhunderts bis zur Neuordnung des Amtes im Jahr 1864 der oberste Vertreter der Stadt Hamburg im Amt Ritzebüttel. Er vereinigte in seiner Person wesentliche Teile der staatlichen Verwaltung, der Rechtsprechung und der militärischen Gewalt. Sein Amtssitz war das Schloss Ritzebüttel.
Die Amtmänner waren damit nicht lediglich Verwaltungsbeamte. Sie übten in dem von Hamburg beherrschten Gebiet an der Elbmündung eine weitreichende landesherrliche Gewalt aus und vertraten dort die Interessen der Stadt Hamburg. Die außergewöhnliche Stellung des Amtes beruhte auch darauf, dass Ritzebüttel mehrere Jahrhunderte lang eine von Hamburg aus regierte, räumlich weit entfernte Herrschaft war.
Inhaltsverzeichnis
Entstehung des Amtes
Die Grundlage für das Amt Ritzebüttel wurde 1394 geschaffen. Hamburg eroberte in diesem Jahr das Gebiet um die Burg Ritzebüttel und erwarb es anschließend von der Familie Lappe. Damit gelangte das Gebiet an der Elbmündung unter die Herrschaft Hamburgs. Der bisherige Hamburger Stützpunkt auf Neuwerk verlor dadurch seine führende Stellung; der Sitz der Hamburger Verwaltung wurde nach Ritzebüttel verlegt.
Der erste nachweisbare Hamburger Amtsträger auf dem Schloss Ritzebüttel war Ludolph Wulffhagen, der ab 1400 als Kastellan bezeichnet wird. Die Bezeichnung „Amtmann“ setzte sich erst im Laufe der folgenden Jahrhunderte allgemein durch. In älteren Quellen finden sich auch Bezeichnungen wie Kastellan, Schloss-Hauptmann oder Präfekt.
Ernennung durch Hamburg
Der Amtmann wurde vom Hamburger Rat, später vom Hamburger Senat, eingesetzt. In der Regel handelte es sich um einen Hamburger Ratsherrn. Die Entsendung eines Mitglieds des Hamburger Rats nach Ritzebüttel hatte dabei eine besondere Bedeutung: Der Amtmann war nicht nur lokaler Verwaltungsbeamter, sondern übte die hamburgische Landesherrschaft vor Ort aus.
In den ersten Jahrhunderten war die Besetzung der Stelle nicht streng nach einem einheitlichen Verfahren geregelt. Häufig wurden erfahrene oder ältere Ratsherren mit der Aufgabe betraut. In den ersten hundert Jahren finden sich darunter auch Hamburger Bürgermeister. Im 16. Jahrhundert bildete sich eine regelmäßigere Besetzungspraxis heraus.
Die Übernahme des Amtes war für einen Hamburger Ratsherrn mit erheblichen persönlichen Belastungen verbunden. Ritzebüttel lag weit von Hamburg entfernt, und die Verbindung zwischen beiden Orten war im Mittelalter und in der frühen Neuzeit schwierig und zeitaufwendig. Deshalb wurde das Amt zeitweise nicht von einem Ratsherrn selbst wahrgenommen, sondern durch einen Vertreter, Verwalter oder Verweser ausgeübt.
Die Amtszeiten waren zunächst unterschiedlich lang. Nach einer Phase, in der das Amt teilweise verpachtet wurde, legte der Hamburger Rat 1577 eine regelmäßige Amtsdauer von sechs Jahren fest. Auch danach kam es allerdings zu Vertretungen und Abweichungen von der regulären Amtszeit.
Aufgaben und Befugnisse
Die Stellung des Amtmanns lässt sich am besten als Verbindung mehrerer heute voneinander getrennter staatlicher Funktionen beschreiben.
Verwaltung
Der Amtmann war der oberste Verwaltungsbeamte des Amtes Ritzebüttel. Er vertrat die hamburgische Obrigkeit gegenüber den Einwohnern und war für die laufenden Angelegenheiten des Amtes verantwortlich.
Zu seinem Aufgabenbereich gehörten unter anderem:
- die allgemeine Verwaltung des Amtes,
- die Durchsetzung hamburgischer Verordnungen und Anordnungen,
- die Verwaltung des landesherrlichen Besitzes,
- die Erhebung und Verwaltung von Abgaben und Einkünften,
- die Beaufsichtigung der örtlichen Amtsbediensteten,
- Angelegenheiten des Straßen-, Wege- und Deichwesens,
- die Wahrnehmung der Interessen Hamburgs in wirtschaftlichen und schifffahrtsbezogenen Fragen.
Die konkrete Zusammensetzung dieser Aufgaben veränderte sich im Laufe der mehr als 450-jährigen Geschichte des Amtes. Der Amtmann war daher nicht in allen Jahrhunderten mit exakt denselben Zuständigkeiten ausgestattet.
Rechtsprechung
Eine besonders wichtige Befugnis war die Gerichtsbarkeit. Anders als ein moderner Verwaltungsbeamter war der Amtmann zugleich Richter.
Die Rechtsprechung gehörte traditionell zu den Aufgaben des Amtmanns und wurde zunächst am Schloss Ritzebüttel ausgeübt. Damit lagen Verwaltungsgewalt und Rechtsprechung in derselben Hand. Erst mit der Neuordnung von 1864 wurden diese Funktionen institutionell voneinander getrennt.
Der Amtmann hatte damit in seinem Amtsbezirk nicht nur Verwaltungsentscheidungen zu treffen, sondern konnte auch Recht sprechen und die hamburgische Rechtsordnung vor Ort durchsetzen.
Militärische Aufgaben und Landesverteidigung
Als Vertreter Hamburgs an der strategisch wichtigen Elbmündung hatte der Amtmann außerdem militärische und sicherheitspolitische Aufgaben.
Zu seinem Verantwortungsbereich gehörte die Verteidigung des Amtes und damit insbesondere der Schutz des hamburgischen Besitzes an der Elbmündung. Die Lage Ritzebüttels machte diesen Bereich besonders wichtig: Hamburg hatte mit dem Erwerb des Gebietes einen vorgeschobenen Stützpunkt an der Elbe und an der Nordsee gewonnen.
Die militärische Funktion des Amtmanns stand außerdem in engem Zusammenhang mit dem Schutz der Schifffahrt und den Interessen Hamburgs als Handels- und Seestadt. In der frühen Geschichte des Amtes spielte insbesondere die Sicherung der Elbmündung eine wichtige Rolle.
Deich- und Küstenschutz
Zum Verantwortungsbereich der Amtsverwaltung gehörten auch Deiche und Küstenschutz. Für das Gebiet an der Elbmündung waren Deiche nicht nur eine wirtschaftliche, sondern eine existenzielle Voraussetzung für die Besiedlung und landwirtschaftliche Nutzung.
Die Bedeutung dieses Aufgabenbereichs zeigt sich unter anderem in den überlieferten Berichten über Sturmfluten und Deichbrüche. Der Amtmann bzw. die von ihm geleitete Amtsverwaltung hatte dabei die notwendigen Maßnahmen der Unterhaltung und Wiederherstellung der Deiche zu organisieren und zu überwachen.
Schifffahrt und Elbmündung
Die Lage Ritzebüttels an der Elbmündung verlieh dem Amt eine besondere Bedeutung für Hamburg. Fragen der Schifffahrt, der Lotsen, der Fahrwasser und der Sicherung des Seehandels gehörten deshalb zu den wichtigen Angelegenheiten, mit denen die Amtsverwaltung befasst war.
Besonders im 18. und 19. Jahrhundert nahm die Bedeutung des Elbmündungsgebiets für den Hamburger Hafen weiter zu. Der Amtmann war damit auch Schnittstelle zwischen der Hamburger Obrigkeit und den örtlichen Verhältnissen an der Elbmündung.
Der Amtmann als Vertreter Hamburgs
Die besondere Stellung des Amtmanns wird verständlich, wenn man Ritzebüttel nicht als gewöhnliche Gemeinde betrachtet. Über Jahrhunderte handelte es sich um ein Hamburger Herrschaftsgebiet außerhalb des eigentlichen Stadtgebiets.
Der Amtmann war deshalb derjenige, durch den Hamburg seine Herrschaft vor Ort ausübte. Er musste einerseits die Beschlüsse und Interessen Hamburgs durchsetzen, andererseits aber die örtlichen Verhältnisse eigenständig beurteilen und praktische Entscheidungen treffen.
Die große Entfernung zwischen Hamburg und Ritzebüttel verstärkte seine Bedeutung. Entscheidungen konnten nicht immer kurzfristig in Hamburg getroffen werden. Der vor Ort residierende Amtmann besaß deshalb einen erheblichen Handlungsspielraum.
Aus dieser Verbindung von Verwaltung, Gerichtsbarkeit und militärischer Verantwortung erklärt sich das Bild des „Amtmanns von Ritzebüttel“ als besonders mächtiger Amtsträger. Der Historiker Heinrich von Treitschke bezeichnete ihn später zugespitzt als einen „Proconsul“ im Schloss Ritzebüttel. Die Bezeichnung ist als zeitgenössische bzw. historische Charakterisierung zu verstehen und nicht als offizielle Amtsbezeichnung.
Vertreter, Verwalter und Verweser
Nicht immer konnte oder wollte der vorgesehene Amtmann seine Aufgaben selbst wahrnehmen. In den Amtslisten finden sich deshalb neben den eigentlichen Amtmännern verschiedene Formen der Vertretung.
Ein Vertreter wurde insbesondere für kürzere Zeiträume eingesetzt, beispielsweise bei Abwesenheit oder Erkrankung des Amtmanns.
Ein Verwalter konnte die Amtsgeschäfte übernehmen, wenn kein Ratsherr für die reguläre Besetzung zur Verfügung stand.
Ein Verweser trat insbesondere in Fällen auf, in denen ein Amtmann während seiner Amtszeit starb und die vertraglich zugesicherten Einkünfte seiner Witwe weiterhin berücksichtigt werden mussten. In solchen Fällen wurden die Amtsgeschäfte vorübergehend von einem anderen Amtsträger geführt.
Diese unterschiedlichen Bezeichnungen erklären, weshalb die historische Liste der Amtmänner neben regulären Amtsinhabern auch zahlreiche Personen enthält, die nur vorübergehend die Amtsgeschäfte führten.
Ende des Amtes
Die umfassende Machtstellung des Amtmanns bestand bis zur Verwaltungsreform des Jahres 1864.
Am 1. Juni 1864 beschloss der Hamburger Senat das Gesetz über die „Reorganisation in der Verwaltung und Rechtspflege des Amtes Ritzebüttel“. Die bisher beim Amtmann vereinigten Funktionen wurden nun getrennt.
An die Stelle des Amtmanns traten:
- ein Amtsverwalter für die Verwaltung und
- ein Amtsrichter für die Rechtsprechung.
Übergeordnet war ein vom Hamburger Senat eingesetzter Landherr, der selbst in Hamburg blieb. Damit endete die jahrhundertelange Tradition, dass ein Hamburger Ratsherr bzw. Senator als oberster Verwaltungs- und Justizbeamter dauerhaft in Ritzebüttel residierte.
Die Reihe der Amtmänner endete damit 1864. Der letzte Amtmann war Gustav Heinrich Kirchenpauer, der das Amt von 1858 bis 1864 innehatte.
Bedeutung für die Geschichte Cuxhavens
Die Geschichte der Amtmänner ist ein wesentlicher Bestandteil der Geschichte Cuxhavens. Über mehr als vier Jahrhunderte war das Gebiet des heutigen Cuxhavens von Hamburg aus regiert worden. Das Schloss Ritzebüttel war dabei nicht nur ein Herrensitz, sondern das politische und administrative Zentrum der Hamburger Herrschaft an der Elbmündung.
Die Amtmänner verkörperten diese Herrschaft unmittelbar vor Ort. Ihre Zuständigkeiten reichten von alltäglichen Verwaltungsangelegenheiten über Rechtsprechung und Deichwesen bis zur Verteidigung und zu den Interessen Hamburgs an der Elbmündung.
Mit der Verwaltungsreform von 1864 begann eine neue Phase: Die persönliche und weitgehend gebündelte Amtsgewalt des Amtmanns wurde durch eine modernere, institutionell getrennte Verwaltungs- und Gerichtsorganisation ersetzt.
Literatur
- Friedrich Adolf Becker: Cuxhaven und das Amt Ritzebüttel. Ein Beitrag zur Geschichte und Entwicklung des Landes. Otto Meißner, Hamburg 1880.
- G. Grandauer / C. L. Klasing / Arthur Obst: Gedenkbuch des Hamburgischen Amtes Ritzebüttel nebst der Fortsetzung von Amtsregistrator C. L. Klasing. Cuxhaven 1892.
- Hermann Borrmann: Daten zur Geschichte des Amtes Ritzebüttel und der Stadt Cuxhaven. Verlagsgesellschaft Cuxhaven / Cuxhavener Nachrichten KG, Cuxhaven 1982.
- Torsten Thees: Vom Amtmann. Stadtarchiv Cuxhaven.
Amtmänner zu Ritzebüttel
| 1400-1406 | Ludolph Wulffhagen 1. hamburgischer Kastellan (Amtmann) im Schloss Ritzebüttel | |
| 1406-1412 | Johann Luneborch (unsicher) | |
| 1412-1417 | Meinhard Buxtehude | |
| 1417-1420 | Marquard Schreye | |
| 1421-1427 | Johann Wige | |
| 1427-1432 | Johann Sasse | |
| 1432-1436 | Vicco de Hove | |
| 1436-1441 | Albert Widinghusen | |
| 1441-1445 | Johann Gherwer | |
| 1445-1447 | Detlev Bremer | |
| 1447-1449 | Wilhelm Brandes (unsicher) | |
| 1449-1451 | Albert Schreye | |
| 1452 | Vertreter (Godf. Tode) | |
| 1452-1456 | Vicco Wighershop | |
| 1457-1465 | Henning Grothe | |
| 1461 | Vertreter (Johann Gherwer) | |
| 1462 | Vertreter (Hinrich von Dulmen) | |
| 1464 | Vertreter für 6 Wochen (Georg von Holte(n)) | |
| 1465-1471 | Georg von Holte(n) | |
| 1467 | Vertreter (Johann Huge) | |
| 1471-1477 | Nicolaus Remstede | |
| 1477-1483 | Evert van Kroghe | |
| 1479 | Vertreter (Nicolaus Tode) | |
| 1483-1489 | Nicolaus Tode | |
| 1489-1500 | Marquard von Loe
| |
| 1500-1503 | Verwalter (Johann Werdenberg) | |
| 1503-1506 | Vertreter (Johann Holthusen) | |
| 1506-1513 | Johann Holthusen | |
| 1513 | "Stedeholder" vermutlich i.S.v. Vertreter (Hans Heldings) | |
| 1513-1519 | Gerhard von Holte | |
| 1519-1525 | Paul Peck | |
| 1525-1530 | Diederich Lange | |
| 1529 | Vertreter (Joachim Moller) | |
| 1529 | Vertreter (Heinrich Ritzer) | |
| 1531-1534 | Verweser (Joachim Lange) | |
| 1534-1542 | Jürgen Plate | |
| 1542-1550 | Vincent Moller | |
| 1550-1558 | Joachim Moller (Amtmann und Pächter) | |
| 1558-1559 | Verweser (Eberhard Moller) | |
| 1558 | Vertreter (Hieronymus Bremer) | |
| 1559-1564 | Joachim Holthusen (Amtmann und Pächter) | |
| 1563 | Vertreter (Hinrich von Kroghe) | |
| 1563-1564 | Vertreter (Hieronymus Huge) | |
| 1564-1576 | Balthasar von Meinssen (Vogt und Pächter) | |
| 1575-1576 | Vertreter (Joachim Beckendorf) | |
| 1576-1577 | Verwalter (Hieronymus Huge) | |
| 1576 | Vertreter (Simon Parseval) | |
| 1577 | Verwalter von Jan. bis Nov. 1577 (Jürgen Guerdes) | |
| 1577-1578 | Hinrich von Holte | |
| 1578 | Verweser im Jan. 1578 (Jürgen von Holte) | |
| 1578 | Verwalter von Jan. bis Mai 1578 (Jürgen Guerdes) | |
| 1578-1579 | Hinrich von Kroghe | |
| 1579 | Verweser im Feb.-Apr. 1579 (Erben des Hinrich von Kroghe) | |
| 1579-1584 | Jacob Sylm | |
| 1581-1582 | Vertreter ab Apr. 1581 (Jürgen Guerdes) | |
| 1582-1583 | Vertreter (Diedrich von Holte) | |
| 1583 | Vertreter (Joachim Brandt) | |
| 1583-1584 | Vertreter (Jürgen Guerdes) | |
| 1584 | Verwalter (Christoph Bargholz) | |
| 1584-1585 | Verwalter (Jürgen Guerdes) | |
| 1585-1591 | Joachim Beckendorff | |
| 1587 | Vertreter (Reinhold Walrawe) | |
| 1591-1597 | Warmbold Schröder | |
| 1597-1603 | Reinhold Walrawe | |
| 1603-1609 | Caspar Müller | |
| 1608 | Vertreter (Caspar Ankelmann) | |
| 1609-1615 | Henrich Sylm | |
| 1612 | Vertreter (Albert Oestmann) | |
| 1615-1619 | Nicolaus Jerre d.Ältere | |
| 1617-1618 | Vertreter von Dez.1617 bis Juni 1618 (Albert Oestmann) | |
| 1618-1619 | Vertreter (Joachim Schaffshausen) | |
| 1619-1620 | Verwalter (Erich Soltau, Johannes Minden und Joachim von Kampe) | |
| 1620-1626 | Johann Rotenburg | |
| 1626 | Johannes Schaffshausen | |
| 1626-1633 | Joachim von Kampe | |
| 1631 | Vetreter für 12 Wochen (J. Hartiges) | |
| 1633-1638 | Henrich Hartzwig | |
| 1636 | Vertreter (Bartholomäus Müller) | |
| 1637 | Vertreter (Johann Steinweg) | |
| 1638-1640 | Eler Esich | |
| 1640-1643 | Verweser (Henrich Esich) | |
| 1641 | Verweser (Nicolaus Jerre, d.Jüngere) | |
| 1642 | Vertreter (Matthiesen) | |
| 1643 | Vertreter (Nikolaus von der Fechte) | |
| 1643-1644 | Verwalter (Erich Wördenhoff) | |
| 1644-1650 | Erich Wördenhoff | |
| 1650-1653 | Ditmar Kohl | |
| 1653 | Verwalter (Nikolaus von der Fechte) | |
| 1653 | Verwalter (Jakob Sillem) | |
| 1653-1656 | Verwalter (Laurent. Wördenhoff) | |
| 1656-1658 | Lucas Beckmann | |
| 1658-1659 | Verwalter (Peter von Kampe) | |
| 1659-1665 | Georg von Holte | |
| 1663 | Vertreter (Daniel Kampe) | |
| 1665-1671 | Marcus Buck | |
| 1671-1677 | Hartwig von Spreckelsen | |
| 1677 | Verwalter (Johann Carstens und Johann Dietrich Schaffshausen gleichzeitig) | |
| 1677 | Verwalter (Johann Carstens) | |
| 1677-1678 | Verwalter (Erich Wördenhoff) | |
| 1678 | Verwalter (Johann Carstens) | |
| 1678 | Verwalter (Hartwig von Spreckelsen) | |
| 1678-1680 | Hartwig von Spreckelsen | |
| 1680-1681 | Verweser (Frau von Spreckelsen) | |
| 1681-1682 | Verweser (David Krolow) | |
| 1682-1688 | Johann Koch | |
| 1688-1694 | Hartwig Moller | |
| 1693 | Vertreter (Henning Grote) | |
| 1693 | Verwalter (Georg Heldt) | |
| 1694-1700 | Georg Heldt | |
| 1700-1706 | Joachim von Spreckelsen | |
| 1706-1712 | Ludwig Becceler | |
| 1712-1717 | Joh. Helwig Sillem | |
| 1717-1718 | Verwalter (Dietrich Reimbold) | |
| 1718-1719 | Johann von Som | |
| 1719 | Verwalter (Dietrich Reimbold) | |
| 1719-1721 | Verweser (Octavius von Som) | |
| 1721-1727 | David Langermann | |
| 1727 | Eberhard Pell | |
| 1727-1729 | Verwalter (Johannes Müller) | |
| 1729-1735 | Joh. Ulrich Pauli | |
| 1735-1741 | Barthold Heinrich Brockes | |
| 1741-1745 | Paul Jenisch | |
| 1745 | Verwalter (Martin Hironymus Schele) | |
| 1745-1747 | Verwalter (Peter Amsinck) | |
| 1747-1751 | Martin Hironymus Schele | |
| 1751 | Verweser (Nicolaus von Som) | |
| 1751-1757 | Jacob Langermann | |
| 1757-1758 | Hieronymus H. Kentzler | |
| 1758-1760 | Verweser (Nicolaus von Som) | |
| 1760-1766 | Johann Schlüter | |
| 1766-1772 | Jacob Albrecht von Sienen | |
| 1772-1778 | Peter Hinrich Widow | |
| 1778-1784 | Johann Adolph Poppe | |
| 1784-1788 | Vincent Matsen | |
| 1788-1794 | Daniel Lienau | |
| 1794-1803 | Johann Arnold Heise | |
| 1803-1809 | Johann Joachim Jänisch | |
| 1809-1821 | Amandus Augustus Abendroth, unterbrochen von "Mairie Ritzebüttel" | |
| 1811-1813 | in der "Franzosenzeit" (Mairie Ritzebüttel) wurde der Amtmann abgeschafft | |
| 1813-1814 | Verwalter von Dez.1813 bis Feb.1814 (Johann Eybe) | |
| 1821-1827 | Martin Hieronymus Schrötteringk | |
| 1827 | Andreas Christian Wolters | |
| 1827-1828 | Verwalter von Sept.1827 bis Juni 1828 (Caspar Hartung) | |
| 1828-1834 | Caspar Hartung | |
| 1834-1840 | August Christian Theodor Meier | |
| 1840-1846 | Friedrich Sieveking | |
| 1846-1852 | Eduard Sthamer | |
| 1852-1858 | Caspar Hartung | |
| 1858-1864 | Dr. Gustav Heinrich Kirchenpauer | |
Ein etwas abweichendes Verzeichnis der Amtmänner zu Ritzebüttel ergibt sich aus dem „Gedenkbuch des Hamburgischen Amtes Ritzebüttel“ aus dem Jahre 1852:
| 1400 | Ludolph Wulffhagen | |
| 1433 | Vicke von Have (oder Vico de Hove) | |
| 1440 | Erich von Zeven (oder Ericus de Tzevena) | |
| 1442 | Henricus Köting | |
| 1444-1445 | Johann Gherwer | |
| 1446 | Detlef Bremer | |
| 1450 | Albert Schreye | |
| 1452-1461 | Vicco Wighershop | |
| 1461 | Johann Gherwer | |
| 1462-1466 | Henning Grote | |
| 1466-1470 | Georg von Holte | |
| 1470-1477 | Nicolaus Remstede | |
| 1477-1484 | Evert oder Erich vom Kroge | |
| 1484-1489 | Nicolaus Tode | |
| 1489-1505 | Marquard von Lohe | |
| 1505-1513 | Johann Holthusen | |
| 1513-1519 | Gerhard von Holte | |
| 1519-1525 | Paul Peeck | |
| 1525-1530 | Diederich Lange | |
| 1530-1534 | Joachim Lange | |
| 1534-1541 | Jürgen Plate | |
| 1541-1549 | Vincent Möller | |
| 1549-1558 | Joachim Möller | |
| 1558-1559 | Hieronymus Bremer (übernahm als „Vice-Päfect“ nach Joachim Möllers Tod die Aufgaben des Amtmannes) | |
| 1559-1564 | Joachim Holthusen | |
| 1564 | Hieronymus Huge (oder Hugo) | |
| 1564-1576 | Balthasar von Meinssen (pachtete das Amt Ritzebüttel in diesem Zeitraum und stand ihm damit als „Vice-Amtmann“ vor) | |
| 1577 | Simon Passeveral (oder Parseval) und Jürgen Guerdes (als „Hauptmann der Stadt Hamburg“) | |
| 1577-1578 | Henrich von Holte | |
| 1578-1579 | Hinrich vom Kroge | |
| 1579-1584 | Jacob Silm (während längerer Erkrankung führten Christoph von Holte und Jürgen Guerdes die Amtsgeschäfte) | |
| 1585-1591 | Joachim Beckendorff | |
| 1591-1597 | Warnhold Schröder | |
| 1597-1603 | Reinhold Walrave | |
| 1603-1609 | Caspar Müller | |
| 1609-1615 | Henrich Silm | |
| 1615-1619 | Nicolaus Jarre (nach seiner Erkrankung 1619 wurde das Amt von den Interims-Präfecten Hans Schaffshausen, Erich Soltau, Johann Münden (oder von Minden) und Joachim von Kampe verwaltet) | |
| 1620-1626 | Johann Rotenburg | |
| 1626 | Hans Schaffshausen (wurde im selben Jahr vom Administrator von Magdeburg gefangen genommen) | |
| 1627-1633 | Joachim von Kampe | |
| 1633-1638 | Henrich Hartzwich | |
| 1638-1643 | Eler Esich (ab dem 3. August 1640, seinem Todestag, verwalteten das Amt interimsmäßig Nicolaus Jarre, Nicolaus von der Fechte und Erich Wördenhoff) | |
| 1643-1650 | Erich Wördenhoff | |
| 1650-1653 | Ditmer Kohl | |
| 1653-1656 | Jacob Sillem (nach dem Tode Kohls 1656 als Interims-Amtmann) und Lorenz Wördenhoff | |
| 1656-1658 | Lucas Beckmann | |
| 1658-1659 | Peter von Kampe | |
| 1659-1665 | Georg von Holte | |
| 1665-1671 | Marcus Buck | |
| 1671-1677 | Hartwig von Spreckelsen (verließ 1677 das Amt Ritzebüttel und wurde von Johann Theordor Schaffshausen vertreten. Da aber kein neuer Amtmann wegen der Kriegsunruhen gefunden wurde, wurde von Spreckelsen erneut bis 1680 Amtmann) | |
| 1680-1682 | David Krolow | |
| 1682-1688 | Johann Koch (war der jüngste Ratsherr, aber alle älteren hatten das Amt ausgeschlagen) | |
| 1688-1694 | Hieronymus Hartwig Möller | |
| 1694-1700 | Georg Heldt | |
| 1700-1706 | Joachim von Spreckelsen | |
| 1706-1712 | Ludwig Becceler | |
| 1712-1717 | Johann Hellwig Sillem | |
| 1717-1718 | Dieterich Reimbolt (Interims-Amtmann) | |
| 1718-1719 | Johann von Sonn | |
| 1719-1721 | Octavius Heinrich von Sonn | |
| 1721-1727 | David Langermann | |
| 1727 | Eberhard Pell (24. April – 14. Oktober) | |
| 1727-1729 | Johann Müller | |
| 1729-1735 | Johann Ulrich Pauli | |
| 1735-1741 | Barthold Heinrich Brockes | |
| 1741-1745 | Paul Jenisch | |
| 1745 | Martin Hiernonymus Schele (Interims-Amtmann) | |
| 1745-1747 | Peter Amsinck | |
| 1747-1751 | Martin Hieronymus Schele | |
| 1751-1752 | Nicolaus von Som (Interims-Amtmann) | |
| 1752-1756 | Jacob Langermann | |
| 1757-1758 | Hieronymus Hinrich Krentzler | |
| 1758-1760 | Nicolaus von Som | |
| 1760-1766 | Johann Schlüter | |
| 1766-1772 | Jacob Albrecht von Sienen | |
| 1772-1778 | Peter Hinrich Widow | |
| 1778-1784 | Johann Adolph Poppe | |
| 1784-1788 | Vincent Matsen | |
| 1788-1794 | Daniel Lienau | |
| 1794-1803 | Johann Arnold Heise | |
| 1803-1809 | Johann Joachim Jänisch | |
| 1809-1811 | Amandus Augustus Abendroth | |
| 1811-1814 | Johann Eybe (führte die Geschäfte im Auftrag Abendroths, der Maire von Hamburg geworden war) | |
| 1814-1821 | Amandus Augustus Abendroth | |
| 1821-1827 | Martin Hieronymus Schrötteringk | |
| 1827 | Andreas Christian Wolters (verstarb bereits am 29. August 1827) | |
| 1827-1834 | Caspar Hartung | |
| 1834-1840 | August Christian Theodor Meier | |
| 1840-1846 | Friedrich Sieveking | |
| 1846- | Eduard Sthamer | |
Literatur
Hermann Borrmann: Daten zur Geschichte des Amtes Ritzebüttel und der Stadt Cuxhaven; Verlagsgesellschaft Cuxhaven, Cuxhavener Nachrichten KG; 1982
Gedenkbuch des Hamburgischen Amtes Ritzebüttel, zusammengetragen von G. Grandauer, Ritzebüttel 1852, gedruckt bei E. Rauschenplat Wwe.