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Kahleberg

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Der Kahleberg ist ein bronzezeitlicher Grabhügel unweit von Berensch in Richtung Holte-Spangen im Cuxhavener Stadtgebiet. Mit einem Durchmesser von etwa 33 Metern und einer erhaltenen Höhe von rund 2,70 Metern gehört er zu den größten Grabhügeln im Raum Cuxhaven. Der Hügel trägt die systematische Bezeichnung Cuxhaven Grabhuegel Nr. 182 und steht unter Denkmalschutz.

Name

Der Name Kahleberg bedeutet so viel wie kahlere, unbewachsene Anhöhe. Er bezeichnet einen Hügel, der im Gegensatz zu bewaldeten oder dicht bewachsenen Erhebungen der Umgebung kaum Baumbewuchs aufwies. Der Name ist damit ein typischer Flurname der norddeutschen Geestlandschaft und verweist auf den ursprünglichen, offenen Charakter der Heidelandschaft.

Lage

Der Kahleberg liegt unweit von Berensch in Richtung Holte-Spangen, zwischen den beiden Cuxhavener Ortsteilen. Er befindet sich in der ausgedehnten Heide- und Waldlandschaft südlich von Cuxhaven. Die Koordinaten des Hügels sind 53.8419 Grad N / 8.6211 Grad O. In der Umgebung liegen weitere bronzezeitliche Grabhügel, so etwa die Grabhügel Holte-Spangen FsNr. 52 und 53 sowie das Grabhügelfeld Holter Steertmoor. Der Kahleberg liegt heute im Gebiet des Naturschutzgebiets Cuxhavener Küstenheiden.

Beschreibung und Erhaltungszustand

Der Kahleberg hat einen Durchmesser von etwa 33 Metern und eine erhaltene Höhe von etwa 2,70 Metern. Damit zählt er zu den größten bekannten Grabhügeln in der Region Cuxhaven. Der Hügel ist mit Heidekraut überwachsen, was ihm einen natürlichen, in die Landschaft eingebetteten Charakter verleiht.

Auf der Kuppe des Hügels sind kleine, trichterförmige Vertiefungen erkennbar. An seinem Rand ist zudem ein weiterer kleiner Materialverlust zu bemerken. Diese Schäden sind auf menschliche Eingriffe zurückzuführen, vermutlich auf frühere Nachgrabungen oder Nutzungen. Der Hügel ist als Rundhügel angelegt, was für bronzezeitliche Grabanlagen typisch ist.

Ein alter Markierungsstein liegt zerbrochen nahe der Kuppe des Hügels. Solche Steine dienten in der Neuzeit häufig zur Kennzeichnung von Flurstücken oder als Grenzmarken und zeugen von der späteren, landwirtschaftlich orientierten Nutzung der Umgebung.

Geschichte und archäologische Bedeutung 

Der Kahleberg gehört zu den zahlreichen bronzezeitlichen Grabhügeln, die in der Geestlandschaft rund um Cuxhaven erhalten geblieben sind. Die Entstehungszeit wird in die Bronzezeit datiert, also in den Zeitraum zwischen etwa 2200 und 800 v. Chr.. In dieser Epoche errichteten die Menschen in Norddeutschland künstliche Erdhügel, in denen sie ihre Toten bestatteten.

Eine archäologische Ausgrabung des Kahlebergs hat bislang nicht stattgefunden. Es ist daher anzunehmen, dass die zentralen Bestattungen im Inneren des Hügels noch intakt sind. Gerade wegen seiner Größe käme dem Hügel bei einer künftigen wissenschaftlichen Untersuchung eine hohe Bedeutung zu, da größere Grabhügel häufig auf sozial herausgehobene Bestattungen hindeuten.

Militärische Nutzung

Das Gebiet der Cuxhavener Küstenheiden und der angrenzenden Wälder wurde im 20. Jahrhundert über Jahrzehnte hinweg militärisch genutzt. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg übten Marineeinheiten in der Region. Später entstanden Schießplätze und Truppenübungsplätze. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der zwischenzeitlich brachliegende und teilweise ackerbaulich bewirtschaftete Truppenübungsplatz Altenwalde ab 1954 wieder militärisch genutzt und in den Randbereichen mit Nadelgehölzen aufgeforstet.

Von dieser Nutzung zeugen noch heute zahlreiche Reste im Gelände: Betonfundamente, Wege, Wallanlagen sowie die bekannten Panzerwaschtrassen im angrenzenden Wald. Auch die Erhebung „Feldherrnhügel“ in der Küstenheide trägt ihren Namen aus der militärischen Nutzung des Geländes. Der Kahleberg selbst liegt in diesem historisch militärisch geprägten Raum; die trichterförmigen Vertiefungen auf seiner Kuppe werden mit solchen späteren Eingriffen in Verbindung gebracht.

Hinzu kommt die mögliche Belastung mit Kampfmitteln: Aufgrund der militärischen Vornutzung ist in den Küstenheiden von Altlasten im Boden auszugehen. Auf vielen Flächen gilt daher ein Wegegebot - Besucher dürfen die markierten Wege nicht verlassen. Dies schützt zum einen den Besucher, zum anderen aber auch die empfindlichen Heideflächen und die archäologischen Denkmale.

Heutige Lage im Naturschutzgebiet

Der Kahleberg liegt heute im Naturschutzgebiet Cuxhavener Küstenheiden (Kennzeichen NSG LÜ 267). Die Küstenheiden wurden am 31. Mai 1983 erstmals zum Naturschutzgebiet erklärt; die aktuelle Schutzgebietsverordnung datiert vom 6. Dezember 2004. Das Schutzgebiet dient dem Schutz des FFH‑Gebietes 015 Küstenheiden und Krattwälder bei Cuxhaven.

Die Cuxhavener Küstenheiden sind die größten zusammenhängenden Heideflächen auf dem Festland der deutschen Nordseeküste. Das Naturschutzgebiet umfasst offene Heideflächen, Heide- und Niedermoorbereiche, Kleingewässer sowie extensiv genutztes Feuchtgrünland. Die Heideflächen werden teilweise mit Schafen und Ziegen in Hütehaltung beweidet.

Innerhalb des Naturschutzgebiets gilt: Naturschutzgebiete dürfen in der Regel nur auf den Wegen betreten werden. Der Kahleberg als Bodendenkmal ist zusätzlich durch das niedersächsische Denkmalschutzgesetz geschützt. Die Kombination aus Natur- und Denkmalschutz macht den Kahleberg zu einem Ort, an dem sich Vorgeschichte, Militärgeschichte und Naturschutz auf engem Raum begegnen.

Bedeutung

Der Kahleberg ist ein wichtiges Zeugnis der bronzezeitlichen Besiedlung des Cuxhavener Raums. Seine Größe hebt ihn aus der Vielzahl kleinerer Grabhügel hervor und lässt auf eine bedeutende Stellung der hier Bestatteten schließen. Zugleich veranschaulicht er die wechselvolle Nutzungsgeschichte der Landschaft: von der bronzezeitlichen Grablege über die neuzeitliche Markierung und landwirtschaftliche Nutzung bis hin zur militärischen Beanspruchung im 20. Jahrhundert und schließlich zum heutigen Schutz als Natur- und Bodendenkmal.

Literatur

  • Wendowski-Schuenemann, A.: Grabhügel und Grabhügelgruppen in Cuxhaven. Untersuchungen zum Bestand einer gefährdeten Denkmalgruppe. In: Jahrbuch der Männer vom Morgenstern, Bd. 81, Bremerhaven 2002/03, S. 11-80.

Weblinks

  • Megalithic Portal - Kahleberg Huegelgrab (englisch)
  • NLWKN - Naturschutzgebiet Cuxhavener Kuestenheiden
  • Denkmalatlas Niedersachsen

Einzelnachweise

  • Megalithic Portal - Eintrag Kahleberg Huegelgrab
  • NLWKN - Naturschutzgebiet Cuxhavener Kuestenheiden
  • Stadt Cuxhaven - Natur und Landschaft, Naturschutzgebiete
  • Denkmalatlas Niedersachsen