Huge, Johann: Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 18. September 2026, 11:57 Uhr
Johann Huge (* um 1447 in Krempe; † 1. Februar 1504 in Hamburg) war ein bedeutender hamburgischer Politiker und Bürgermeister, der 1467 zeitweise als Vertreter des Amtmanns zu Ritzebüttel fungierte.
Inhaltsverzeichnis
Herkunft und Familie
Johann Huge wurde um 1447 in Krempe geboren. Er heiratete Caecilie Bockholdt (* um 1467) und gehörte damit zu den einflussreichen hamburgischen Ratsgeschlechtern. Seine Schwägerschaft mit der Familie vom Berge (durch seine Frau) verband ihn mit weiteren führenden Kreisen der Stadt.
Politische Karriere in Hamburg
Huge durchlief eine beeindruckende Laufbahn innerhalb der hamburgischen Stadtverwaltung:
- 1457: Flandernfahrer
- 1461–1467: Wandschneider (Mitglied der Tuchmacherzunft)
- 1462: Schaffer der Flandernfahrer-Gesellschaft
- 1463: Ratsherr zu Hamburg
- 1466–1470: Vorsteher des St. Georgs-Hospitals
- 1467–1469: Werkzollherr
- 1469–1471: Münzherr
- 1470: Gerichtsherr
- 1471, 1473–1476, 1478: Kämmereiherr
- 1472, 1477: Schoßherr
- 1473: Morgensprachherr der Wandschneider
- 1477: Verwalter des Eimbecker Hauses, Akzise- und Weddeherr, Siegelherr
- 1478: Bürgermeister von Hamburg
- 1484, 1485, 1487: Apothekenherr
Weitere Ämter und Missionen
- 1473–1477: Landherr von Hamm und Horn
- 1465–1484: Zeitweise Amtmann auf der Steinburg (die sich im Pfandbesitz Hamburgs befand)
- 1480: Vertreter des Hamburger Rates beim Abschluss des Vergleichs mit dem Domkapitel
- 1485: Schiedsrichter im Streit zwischen dem Domkapitel und dem Johannis-Kloster
- 1479: Gesandter zur Versammlung der wendischen Städte in Lübeck
- 1480: Abgesandter Hamburgs in Rendsburg zu den Landtagen Christians I. von Dänemark, sowie zu Verhandlungen nach Haseldorf, Itzehoe, Uetersen und zum Bischof von Lübeck
Verbindung zu Ritzebüttel
Im Jahr 1467 fungierte Johann Huge als Vertreter von Georg von Holte(n), dem damaligen Amtmann zu Ritzebüttel. Diese Vertretung fiel in eine Phase, in der Huge bereits mehrere wichtige Positionen in Hamburg innehatte und offenbar auch für Aufgaben außerhalb der Stadt herangezogen wurde.
Kontroversen
1499 wurde Huge gemeinsam mit Hermann Langenbeck vom Hamburger Domkapitel in den Bann getan, was bei Rat und Bürgerschaft auf lebhaften Protest stieß. Dieser Konflikt zeigt die Spannungen zwischen der städtischen Führung und dem kirchlichen Domkapitel in dieser Zeit.
Tod
Johann Huge starb am 1. Februar 1504 in Hamburg.
Literatur
- Hermann Borrmann: Daten zur Geschichte des Amtes Ritzebüttel und der Stadt Cuxhaven. Verlagsgesellschaft Cuxhaven, Cuxhavener Nachrichten KG, 1982.
- Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt: Kaufmannskredite in nordwestdeutschen Städten im 15. und 16. Jahrhundert. In: Michael North (Hrsg.): Kredit im spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Europa. Böhlau-Verlag, 1991, S. 121 ff.