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Martinskirche: Unterschied zwischen den Versionen

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==Martinskirche==
 
==Martinskirche==
  
Die [[Ritzebüttel|Ritzebüttler]] [[Martinskirche]] wurde von 1816 bis 1819 durch den dänischen Architekten Axel Bundsen erbaut. Wesentlichen Anteil daran hatte der [[Amtmann]] [[Abendroth, Amandus Augustus|Abendroth]]. Ihm war sehr daran gelegen, für die Ritzebütteler ein bescheidenes "Bethaus" zu schaffen, um vor allem den "Frauenzimmern" den weiten, im Winter oft matschigen Fußweg nach [[Groden(Ortsteil)|Groden]] zu ersparen.  
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Nachdem [[Abendroth, Amandus Augustus|Amtmann Abendroth]] 1814 nach der Befreiung von den Franzosen aus Hamburg nach Ritzebüttel zurückkam, nahm er trotz der wirtschaftlich schweren Zeit nach der [[Cuxhaven und die Franzosenzeit|Franzosenzeit]] alsbald den Bau einer eigenen Kirche für Ritzebüttel in Angriff, denn bis zu diesem Zeitpunkt war der Flecken Ritzebüttel noch immer nach [[Groden(Ortsteil)|Groden]] eingepfarrt.<br/>
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Als Vorbild diente ihm die kurz vorher gebaute Kirche zu Wandsbek des Architekten Joh. Aug. Arens.
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In dessen Geiste baute der dänische Architekt Axel Bundsen (* [[28. Januar]] [[1768]] in Assens, Insel Fünen,  † [[2. November]] [[1832]] in Hamburg) für 71.000 Mark eine neue Kirche. Die Grundsteinlegung erfolgte am [[13. Oktober]] [[1816]], der Bau zog sich jedoch hin, weil die nötigen Mittel mühsam beschafft werden mussten. Abendroths Beziehungen ist es zu verdanken, dass der Hamburger Senat für den 4. Mai 1819 eine allgemeine Kirchenkollekte anordnete, die 3.284 Mark für den Kirchbau erbrachte.  Kurz vor der Fertigstellung wurden auch die Einzelplätze und Logen der Kirche öffentlich versteigert. Dabei erbrachten die Einzelplätze (unten für die Frauen, oben für die Männer) teilweise bis über 100 Mark, Logen bis zu 2.600 Mark. Selbst MItglieder der [[Jüdische Gemeinde|Jüdischen Gemeinde]] Friedländer und Brady ersteigerten sich für 257 Mark Plätze. Friedländer hatte für die Kirche auch ein Kruzifix beschafft, für das der Senat 600 Mark bewilligt hatte. Erhebliche Mehrkosten spendete er der Gemeinde.<br/>
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Am [[22. August]] [[ 1819]] fand die Weihe der Kirche statt und wurde nach Martin Luther "Martinskirche" benannt. So hatten die Ritzebütteler endlich ihre eigene Kirche mit 600 Plätzen, jedoch noch ohne Turm. Bevor man an den Bau eines Turmes denken konnte, waren schon 1828 die ersten Sanierungsarbeiten durchzuführen, denn obwohl die Mauern und Pfeiler auf über 200 Rammpfählen gebaut waren, zeigten sich die ersten Senkungen. Am [[15. November]] [[1885]] konnte der neue Turm,  die Glocken und eine neue Orgel <ref>Die Geschichte der Orgel finden Sie [http://www.orgel-information.de/Deutschland/C/cu-cz/Cuxhaven_Martinskirche_C-Ritzebuettel1.html#.VnZ_neJp9aM hier]</ref> eingeweiht werden, zugleich mit außen angebrachten Strebepfeilern, die den Druck des Dachstuhles abfangen sollten. <br/>
  
Viel Geld stand nicht nur zur Verfügung, und so entstand nach der Grundsteinlegung am [[13. Oktober]] [[1816]] ein schlichtes, klassizistisches "Bethaus" ohne Turm, dessen Einweihung auf den [[22. August]] [[1819]] datiert. Im November 1883 findet anlässlich der Feiern zum 400. Geburtstag Luthers eine Sammlung für den Bau eines Turmes statt. Am [[15. November]] [[1885]] kann der Turm, die Glocken und eine neue Orgel <ref>Die Geschichte der Orgel finden Sie [http://www.orgel-information.de/Deutschland/C/cu-cz/Cuxhaven_Martinskirche_C-Ritzebuettel1.html#.VnZ_neJp9aM hier]</ref> eingeweiht werden. Eine neue Turmuhr schlägt erstmals am 12. August 1886. 1892 bekommt die Kirche einen einen Altar, der am 31. Oktober geweiht wird.
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Im Jahre 1906 erfolgte eine Gesamtrenovierung der Kirche, bei der auch die ganze Kirche durch Eisenträger unterfangen wurde, da sich erneut die Rammpfähle als morsch erwiesen hatten. Die seit 1884 bestehende Ofenheizung wurde 1927 durch eine Zentralheizung ersetzt, für die ein eigener Heizraum unter der Kirche geschaffen wurde.
  
Bemerkenswert ist das Kreuz auf dem Altar. Es ist ein Dokument jüdisch-christlichen Zusammenlebens in dieser Stadt. Der Amtmann Abendroth beauftragte einen Vorsteher der kleinen [[Jüdische Gemeinde|jüdischen Synagogengemeinde]], Samuel A. Friedländer, mit der Beschaffung des Kreuzes. Dieser war ihm persönlich bekannt und verfügte über weitreichende Beziehungen bis nach London und Paris. Als er auf einer Reise in Paris kein Kruzifix in geeigneter Größe finden konnte, ließ er selbst eins anfertigen. Die entstandenen Mehrkosten übernahm er aus eigener Tasche.
 
  
 
Lt. [[Waller, Karl|Karl Waller]] wurden im Rahmen der Ausschachtungsarbeiten zum Heizungskeller der Kirche [[Brunnen]]reste, vermutlich aus der Zeit um 1300, gefunden.
 
Lt. [[Waller, Karl|Karl Waller]] wurden im Rahmen der Ausschachtungsarbeiten zum Heizungskeller der Kirche [[Brunnen]]reste, vermutlich aus der Zeit um 1300, gefunden.

Version vom 20. Dezember 2015, 19:59 Uhr

Martinskirche 2014

Anschrift

  • Martinskirche Ritzebüttel
-Kirchenbüro-
Regerstraße 41
27474 Cuxhaven
Tel: 04721-663580-0
Fax: 04721-663580-29
Mail: info@kirchenbuero.net
Homepage der Martinskirche

Martinskirche

Nachdem Amtmann Abendroth 1814 nach der Befreiung von den Franzosen aus Hamburg nach Ritzebüttel zurückkam, nahm er trotz der wirtschaftlich schweren Zeit nach der Franzosenzeit alsbald den Bau einer eigenen Kirche für Ritzebüttel in Angriff, denn bis zu diesem Zeitpunkt war der Flecken Ritzebüttel noch immer nach Groden eingepfarrt.

Als Vorbild diente ihm die kurz vorher gebaute Kirche zu Wandsbek des Architekten Joh. Aug. Arens. In dessen Geiste baute der dänische Architekt Axel Bundsen (* 28. Januar 1768 in Assens, Insel Fünen, † 2. November 1832 in Hamburg) für 71.000 Mark eine neue Kirche. Die Grundsteinlegung erfolgte am 13. Oktober 1816, der Bau zog sich jedoch hin, weil die nötigen Mittel mühsam beschafft werden mussten. Abendroths Beziehungen ist es zu verdanken, dass der Hamburger Senat für den 4. Mai 1819 eine allgemeine Kirchenkollekte anordnete, die 3.284 Mark für den Kirchbau erbrachte. Kurz vor der Fertigstellung wurden auch die Einzelplätze und Logen der Kirche öffentlich versteigert. Dabei erbrachten die Einzelplätze (unten für die Frauen, oben für die Männer) teilweise bis über 100 Mark, Logen bis zu 2.600 Mark. Selbst MItglieder der Jüdischen Gemeinde Friedländer und Brady ersteigerten sich für 257 Mark Plätze. Friedländer hatte für die Kirche auch ein Kruzifix beschafft, für das der Senat 600 Mark bewilligt hatte. Erhebliche Mehrkosten spendete er der Gemeinde.

Am 22. August 1819 fand die Weihe der Kirche statt und wurde nach Martin Luther "Martinskirche" benannt. So hatten die Ritzebütteler endlich ihre eigene Kirche mit 600 Plätzen, jedoch noch ohne Turm. Bevor man an den Bau eines Turmes denken konnte, waren schon 1828 die ersten Sanierungsarbeiten durchzuführen, denn obwohl die Mauern und Pfeiler auf über 200 Rammpfählen gebaut waren, zeigten sich die ersten Senkungen. Am 15. November 1885 konnte der neue Turm, die Glocken und eine neue Orgel [1] eingeweiht werden, zugleich mit außen angebrachten Strebepfeilern, die den Druck des Dachstuhles abfangen sollten.

Im Jahre 1906 erfolgte eine Gesamtrenovierung der Kirche, bei der auch die ganze Kirche durch Eisenträger unterfangen wurde, da sich erneut die Rammpfähle als morsch erwiesen hatten. Die seit 1884 bestehende Ofenheizung wurde 1927 durch eine Zentralheizung ersetzt, für die ein eigener Heizraum unter der Kirche geschaffen wurde.


Lt. Karl Waller wurden im Rahmen der Ausschachtungsarbeiten zum Heizungskeller der Kirche Brunnenreste, vermutlich aus der Zeit um 1300, gefunden.

Gottesdienst

Sonntags, 10.00 Uhr.

Radwegekirche

Der Martinskirche Ritzebüttel ist am 10. Mai 2014 von Landessuperintendent Brandy das Signet als Radwegekirche verliehen worden.


Bilder



Fußnoten

  1. Die Geschichte der Orgel finden Sie hier

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