Grodener Mühle

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Die Grodener Mühle

Die Grodener Mühle, die auch unter den Namen Dieksmühle, Ostermühle oder nach ihrem letzten Besitzer Schütts Mühle bekannt war, existierte als Bockwindmühle vermutlich von Mitte des 16. Jahrhunderts bis zum 15. April 1945.

Geschichte der Mühle

Die Grodener Mühle wird erstmals bei einem Hamburger Amtmann, Balthasar von Meinssen, erwähnt, der von 1564 bis 1575 residierte. Auch im Einkunftsregister des Hauses Ritzebüttel wird bereits 1577 eine Grodener Mühle erwähnt. Hier wird sie Ostermühle genannt. Während als erster bekannter Müller Paul Kröncke gilt, liegt der erste schriftliche Pachtvertrag für einen Müller namens Tiedemann Postel vor. Dieser pachtete die Mühle im Jahre 1777 zusammen mit der Mühlenworth am Hadler Seedeich, zwei Mühlenblöcken (Landstücke), einem Kohlhof und einem Brack am Grodener Deich, dem so genannten Mühlenwehl. Ihm folgten im Jahre 1806 sein Sohn und weitere Pächter, bis die Mühle, vermutlich auf Erbenzins, Ostern 1815 an Carsten Rehm verkauft wurde. Dieser hatte mit der Konkurrenz der angrenzenden Altenbrucher Mühlen stark zu kämpfen, auch deshalb, weil ein Teil der ehemaligen Kundschaft der Mühle, die ihre Höfe im Neuenfelde hatten, durch Hochwasser und Sturmfluten vernichtet worden war. Auch in der Geschichte der Mühle ist nicht klar, ob sie nicht der so genannten Weihnachtsflut des Jahres 1717 zum Opfer gefallen sein könnte und später wieder aufgebaut wurde. Der Müller hatte sogar vorgeschlagen, die Mühle zu versetzen, aber nachweislich war er noch bis zum Jahre 1828 auf der Mühle. In diesem Jahr wurde die Pacht der Mühle öffentlich versteigert. Neuer Pächter wurde Claus Rath, der die Mühle bis 1834 pachtete. Der folgende Pächter, Nikolaus Rehm, pachtete die Mühle bis zum Jahre 1876. Hiernach wurde kein neuer Pächter für die Mühle gefunden.

Das Hamburgische Amt Ritzebüttel verkaufte deshalb die Mühle an den Altenbrucher Hermann Christoph Centaurus, der in New York zu Reichtum gelangt war. Dieser bewirtschaftete die Mühle bis 1888, dann verkaufte er sie für 20.000 Mark an Johann Hinrich Schütt. Dessen Sohn Carl ("Calli") pachtete die Mühle vom Vater, wurde dann aber Soldat im Zweiten Weltkrieg.

Am 14. April 1945[1], der Vater des Müllers war 2 Monate zuvor, am 18. Februar 1945, verstorben, wurde die Mühle, die Cuxhavens letzte Mühle war, bei einem Bombenangriff total zerstört. Als der bei Kriegsende als Kriegsgefangener in Nordafrika befindliche Müller 1947 nach Hause kam, existierten Haus, Scheune und Mühle nicht mehr.

Quellen

Wilhelm Kleeberg: Niedersächsische Mühlengeschichte, Hannover 1979

Anna Steinmetz: Geschichte der Grodener Höfe und der Grodener Mühle, Selbstverlag, Cuxhaven 1993

Gisela Tiedemann: Wind- und Wassermühlen zwischen Elbe und Weser, Bremerhaven 2009


Fußnoten

  1. Quelle: Familie Schütt

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